Archiv: Pressemeldungen aus Spanien
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El-Kaida-Sprecher gefasst (Anschläge vom 11.März)

Belgien - Die belgische Polizei hat einen mutmaßlichen Sprecher der islamistischen Terrorbewegung El Kaida festgenommen. Sie führte nach belgischen Medienberichten vom Mittwoch einen internationalen Haftbefehl aus, den die spanischen Behörden im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. März 2004 in Madrid ausgestellt hatten. Ein gewisser Abu Duschanah habe sich zu den Attentaten bekannt. Dieser Mann sei mit dem festgenommenen 28- Jährigen identisch, hieß es in Brüssel.
Der mutmaßliche El-Kaida-Sprecher war den Berichten zufolge nach den Anschlägen im vergangenen Jahr bereits vorübergehend in Polizeigewahrsam. Er sei dann aber wieder freigelassen worden, weil die Strafverfolger seine Haft für die weitere Untersuchung des Falls nicht für notwendig hielten. Eine Sprecherin der belgischen Staatsanwaltschaft kündigte in der Zeitung "De Morgen" an, der Verdächtige werde nach der Verhaftungsprozedur voraussichtlich nach Spanien ausgeliefert.
Quelle: "n-tv.de" , Meldung vom 02.02.2005
 
ETA bombt in Dénia

Dénia - Die baskische Terrororganisation ETA hat nach zehn Jahren wieder in Dénia gebombt. Der fünf Kilogramm schwere Sprengkörper explodierte am vergangenen Sonntag gegen 15.10 Uhr am Hotel Port Dénia. Der Rucksack mit der Sprengladung war an der Feuerleiter des Gebäudes angebracht worden. Etwa neun Menschen wurden infolge des Anschlags leicht verletzt, die meisten von ihnen erlitten Kreislaufschwächen oder Gehörschäden. Etwa 40 Minuten vor der Explosion hatte ETA den Straßennotdienst DYA in Bilbao vor dem Anschlag gewarnt. Die Beamten der Nationalpolizei in Dénia evakuierten daraufhin die Gäste aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich.
"Das war eine ganz schön laute Explosion, die Scheiben flogen heraus und dann kam überall Rauch", berichtete der britische Hotelgast Michael Chapman. Die Druckwelle riss ein großes Loch in die Wand an der Rückseite des Hotels. Mauerbrocken stürzten in den Speisesaal, wo noch Essen auf den Tischen stand. Fenster und Türen in rund 30 Meter entfernten Häusern zerbarsten, 70 Häuser der Siedlung Tropicana Park wurden leicht beschädigt. Der Deutsche Carsten Wiechert, der in etwa 100 Metern Entfernung zum Hotel wohnt, spürte die Druckwelle noch in seiner Wohnung. "Die Türen vibrierten und Fenster klirrten."
Rund 20 Minuten vor der Zündung waren Sicherheitskräfte in das Hotel geeilt, um 170 überwiegend englische Gäste zu evakuieren. "Polizisten sagten, wir müssen raus hier weil ein Einbrecher ausgebrochen und hierher geflüchtet sei. Die wollten eine Panik vermeiden", schilderte die Deutsche Inge Krömke aus Braunschweig. "Wir haben einen Gast auf dem Balkon gesehen und gerufen, er solle runterkommen. Er hat uns nicht verstanden", sagte Koch Jorge Carbajo.
Vorsichtshalber hatten die Beamten auch das Hotel Daniya in Las Marinas räumen lassen. So kam in der Stadt auch das Gerücht von einer ETA-Bombe auf. Hoteleigentümer Pere Joan Devesa nahm den Anschlag eher gelassen und verglich die Explosion mit dem Feuerwerk bei einer Mascletá. Das Hotel Port Dénia, so Devesa, sei in seiner Struktur unbeschädigt und sollte ohnehin am 9. Februar wegen Modernisierungsarbeiten für eine zeitlang schließen. Die Polizei fahndet derweil fieberhaft nach den Bombenlegern. Nach bisherigen Erkenntnissen der Beamten soll es sich bei den Attentätern von Dénia um ein junges Paar handeln.
Quelle: "Costa del Sol Nachrichten" (CSN), Ausgabe vom 03.02.2005
 
Kritik an Immigranten-Politik

Luxemburg - Deutschland hat bei einem Treffen der EU-Innenminister das Vorhaben der spanischen Regierung kritisiert, im Rahmen einer außerordentlichen Legalisierungskampagne von 7. Februar bis 7. Mai bis zu eine Million Immigranten mit Papieren zu versehen. Bundesinnenminister Otto Schily sagte, dies sei ein Thema, das europaweit abgestimmt werden müsse. Die Einwanderer könnten sich frei in der EU bewegen und zum Beispiel nach Deutschland oder Frankreich weiterziehen. Sicherheitsstaatssekretär Antonio Camacho gab zur Antwort, in Wahrheit handle es sich nicht um eine Legalisierung neuer Zuwanderer, sondern um eine Normalisierung der bereits vorhandenen, um Ausbeutung und Steuerhinterziehung zu bekämpfen.
Ein Weiterziehen der Betroffenen in andere EU-Länder sei nicht zu erwarten, da die Kampagne ausschließlich Immigranten zugute komme, die fest in Spanien ansässig seien und Arbeit hätten. Schily blieb dabei, dass für solche Prozeduren eine EU-weite Harmonisierung nötig sei. Er schränkte aber ein, dass er Spaniens Vorhaben deshalb keinesfalls als negativ einstufe.
Quelle: "Costa del Sol Nachrichten" (CSN), Ausgabe vom 03.02.2005
 
Frost vernichtet die Ernte

Madrid - Die Kältewelle hat enorme Schäden in der Landwirtschaft angerichtet. Der Landwirtschaftsverband Coag spricht von einer "beispiellosen Katastrophe", die von Barcelona bis Granada rund 90 Prozent der Frühernte vernichtet und mindestens 60.000 Landwirte um die Früchte ihrer Arbeit gebracht hat. Die Nebenwirkungen: Laut Coag können etwa 100.000 Tagelöhner nicht zum Abernten der Felder beschäftigt werden. Angesichts des frostbedingten Ernteausfalls dürften die Preise für extrem betroffene Agrarprodukte wie Kopfsalat, Artischocken, Broccoli, Tomaten und Kartoffeln nun erheblich anziehen. Höhere Preise drohen auch für Orangen, Zitronen, Erdbeeren, Paprika, Zucchini oder Gurken. Hier ist damit zu rechnen, dass etwa die Hälfte der Produktion ausfällt.
Weder Coag noch die übrigen Landwirtschaftsverbände können den Schaden exakt bemessen. In einem sind sich aber alle einig: Es geht um hohe Millionenbeträge. Und ohne Hilfen werden die Bauern nicht über die Runden kommen. Daher haben die Verbände angekündigt bei der Regierung zu beantragen, dass die am schlimmsten betroffenen Gebiete in Valencia, Murcia, Almería und Granada zum Katastrophengebiet erklärt werden. Das Kabinett will dies prüfen.
Unterdessen gab das Landwirtschaftsministerium bekannt, die staatliche Unterstützung für Agrarversicherungen, die auch für Frostschäden aufkommen, auf 224 Millionen Euro anzuheben. Andere können dagegen von Unterstützung nur träumen. So Eisenbahn, Fährbetriebe und Fluggesellschaften, die den Betrieb auf zahlreichen Strecken unterbrechen mussten. Oder Busunternehmen und Speditionen. Gut 1.500 Busse und Lastwagen blieben landesweit im Schnee stecken.
Die Einzigen, die sich die Hände reiben, sind die Stromversorger. Sie haben am 27. Januar mit 43,7 Gigawattstunden die größte Nachfrage aller Zeiten befriedigt.
Quelle: "Costa del Sol Nachrichten" (CSN), Ausgabe vom 03.02.2005
 
Im Clinch mit der Kirche

Madrid - Die Regierung hat sich offiziell beim Heiligen Stuhl über die Kritik von Papst Johannes Paul beschwert, das Kabinett fördere mit Initiativen wie der Homosexuellen-Ehe eine Abkehr vom christlichen Glauben. Um den Unmut offiziell zu übermitteln, wurde der Nuntius des Papstes, Erzbischof Manuel Monteiro de Castro, ins Außenministerium zitiert. Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero entgegnete auf die Papst-Kritik kühl: "Spanien genießt heute die größte politische, gesellschaftliche, aber auch religiöse Freiheit aller Zeiten." Verteidigungsminister Bono unterstrich: "In Europa gibt es kein Land, das die katholische Kirche besser behandelt als Spanien." Der Sprecher der sozialistischen Partei, Alfredo Pérez-Rubalcaba, sah gar die Opposition am Werk. Die Äußerungen des Papstes seien von der Volkspartei (PP) initiiert worden. Beleg dafür sei dessen Kritik an der Annullierung des PP-Wasserplans. Der PSOE-Sprecher verwahrte sich auch gegen Aussagen von Madrids Erzbischof Antonio María Rouco Varela, der jüngst gemeint hatte, in Madrid werde massiv gesündigt: "Madrid ist nicht Sodom und Gomorrha und hier wird auch niemand wegen seines Glaubens verfolgt", sagte Rubalcaba. Die Kirche sollte einmal überlegen, ob der zunehmende Laizismus vielleicht auch am Festhalten an überholten Positionen liege.
Nuntius Monteiro de Castro wollte bei seiner Unterredung im Außenministerium nicht weiter Öl ins Feuer gießen. Er lobte den Dialogwillen der Regierung und stellte klar, dass der Papst falsch interpretiert worden sei. Bei sorgfältiger Lektüre seiner Worte sei unübersehbar, dass er sich nicht allein auf Spanien, sondern auf ganz Europa bezogen habe.
Quelle: "Costa Blanca Nachrichten" (CBN), Ausgabe vom 04.02.2005
 
Absage an Ibarretxe

Madrid - Das Parlament in Madrid hat den Ibarretxe-Plan zur Assoziierung des Baskenlands mit Spanien mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. 313 Abgeordnete von Sozialisten, Volkspartei, Vereinigter Linker, kanarischen Nationalisten und der Regionalpartei Aragóns stimmten mit Nein. Lediglich 29 Parlamentarier anderer nationalistischer Gruppierungen votierten dafür. Die zwei Abgeordneten der Grünen enthielten sich der Stimme. Die Absage an den baskischen Ministerpräsidenten Juan José Ibarretxe beendete die Diskussion allerdings nicht. Im Gegenteil: Unmittelbar nach der Abstimmung setzte eine Debatte über Forderungen der Länder ein. So verlangten die Kanaren, am Betrieb ihrer Häfen und Airports beteiligt zu werden. Katalonien bestand auf einem deutlich höheren Anteil an der Steuer. Die Galicier forderten, dass Basken, Katalanen und Gallegos als eigenständige nationale Minderheiten anerkannt werden.
Die Vereinigte Linke sprach sich für eine Föderalisierung des Staats aus. Die Republikanische Linke Kataloniens verlangte, Spanien zum Vielvölkerstaat zu erklären. Die Volkspartei blieb bei ihrer Ablehnung jeglicher Änderungen am bisherigen Status.
Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero bekannte sich zum Regierungsziel, die Autonomiestatute zu reformieren. Bedingung sei eine deutliche Mehrheit in der Bevölkerung in den jeweiligen Ländern für die Reform und die Konsultierung des Zentralparlaments.
Sozialisten-Sprecher Alfredo Pérez Rubalcaba forderte Ibarretxe daraufhin auf, seine Initiative von Null an neu zu beginnen. Wenn er im Baskenland eine breite Mehrheit für eine Reform gewinne, sei die Regierung für Kompromisse offen. Ibarretxes Nationalisten waren damit allerdings nicht zufrieden. Sie klagten, Sozialisten und Volkspartei hätten genug Zeit gehabt, im baskischen Parlament Änderungen in den Ibarretxe-Plan einzubringen, aber keinerlei Anstalten dazu gemacht.
Ibarretxe hatte im Parlament unterstrichen, seinen Plan auf jeden Fall einem Referendum im Baskenland zu unterwerfen. Sollte er das tatsächlich tun, will ihn die Regierung wegen Amtsmissbrauchs und Rebellion verklagen. Ibarretxe ließ das kalt. Er will nun die Landtagswahlen vorziehen, um seine Niederlage schnellstens politisch auszuschlachten.
Quelle: "Costa del Sol Nachrichten" (CSN), Ausgabe vom 03.02.2005
 
Geiselnahme im spanischen Konsulat

Bern - In der Geiselnahme im spanischen Konsulat in Bern hat sich am Montagmittag keine klare Entwicklung abgezeichnet. Die Berner Polizei erklärte, es sei unklar, ob die drei Geiselnehmer das Konsulat verlassen hätten. Zuvor hatte der spanische Rundfunk mit Verweis auf das Außenministerium in Madrid gemeldet, die Geiselnehmer hätten das Gebäude verlassen und alle als Geiseln genommenen Konsulatsmitarbeiter seien in Sicherheit.
Die Polizei erklärte weiter, die drei männlichen Geiselnehmer seien mit einem Messer und einer Schusswaffe bewaffnet. Eine Geisel habe fliehen können. Zwei weitere seien von der Polizei befreit worden. Es war unklar, ob sich noch weitere Geisel in dem Gebäude befinden.
Zuvor war von einem Unbekannten die Rede. Dieser soll am Montag im spanischen Konsulat in Bern ein bis zwei Geiseln genommen haben. Die Umgebung um die diplomatische Vertretung wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt, teilten die zuständige Berner Regierungsstelle und die Stadtpolizei Bern mit. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.
Nach spanischen Medienberichten hat der Mann das Konsulat am frühen Morgen betreten und einen Menschen niedergeschlagen. Augenzeugen berichteten, Scharfschützen seien in Stellung gegangen. Auch Spezialeinheiten der Polizei bezogen vor der Botschaft Position. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) hat den Sonderstab Geiselnahme und Erpressung einberufen, wie Fedpol-Sprecherin Danièle Bersier sagte.
Quelle: "n-tv.de" , Meldung vom 07.02.2005
 
18 Spanier an Gasvergiftung gestorben

Madrid - Einem tragischen Unfall nach einer Geburtstagsfeier sind am Wochenende 18 Spanier zum Opfer gefallen. Die Gruppe erlag im Schlaf einer Gasvergiftung. Die Opfer hatten nach der Feier in einer Wanderhütte in den Bergen übernachtet und zum Heizen Gasöfen angeschaltet, die undicht waren oder Kohlenmonoxid ausstießen. Zu der Geburtstagsfeier hatten sich in der Herberge bei Todolella in Südspanien rund 50 Gäste aus den umliegenden Ortschaften versammelt, die meisten fuhren am Abend jedoch nach Hause.
Quelle: "Berliner-Morgenpost" , Meldung vom 07.02.2005
 
Autobombe der Eta verletzt 43 Menschen

Madrid - Keine vier Wochen hat das vermeintliche Angebot der baskischen Terrorgruppe Eta gehalten, der Gewalt abzuschwören und statt dessen auf einen friedlichen Dialog zu setzen. Am Mittwoch morgen detonierte auf dem Madrider Messegelände eine in einem Auto versteckte 30-Kilo-Bombe und verletzte mindestens 43 Personen leicht. Wenige Stunden später sollten König Juan Carlos und der mexikanische Präsident Vicente Fox dort die Kunstausstellung "Arcos" eröffnen. Mitte Januar hatte sich Eta noch einer Initiative der vom Verfassungsgericht für illegal erklärten nationalistischen Partei Batasuna angeschlossen, die in Zukunft "ausschließlich politische und demokratische Mittel" zur Lösung des Konflikts zwischen der Zentralregierung und den militanten Separatisten anwenden wollte. Gestern hatte die Polizei noch knappe 40 Minuten, um das Gelände um den an einem Kreisverkehr geparkten Renault zu räumen. Als Polizisten mit Bändern einen Bannkreis absperrten, ging der Sprengsatz hoch, wobei fünf Beamte verletzt wurden. Die meisten Verletzten gab es in einem anliegenden Bürogebäude der Computerfirma Bull. Augenzeugen berichteten, daß das gesamte Gebäude durch die Detonation schwer erschüttert wurde. Ein Angestellter eines in der Nachbarschaft liegenden Büros erzählte, daß ihn die Wucht der Bombe auf seinem Stuhl sitzend gegen den Schreibtisch gedrückt habe.
"Ich möchte den Eta-Terroristen und denen, die sie unterstützen, sagen, daß für sie kein Platz in der Gesellschaft ist. Der Terror führt nur ins Gefängnis", sagte Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero.
Quelle: "Berliner-Morgenpost" , Meldung vom 10.02.2005
 

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Letzte Aktualisierung: 02/2005